Partnerrolle im Krankenhaus

Diese ist wirklich nicht zu unterschätzen!

Einleitend erwähnt: der Unterschied zwischen den Krankenhäusern bezüglich der Leistungen, der Pflege, der Kompetenz und der Kommunikation ist enorm!

Vom Essen, Sozialdienst, psychologische Betreuung, Krankengymnastik und Nachsorge ganz zu schweigen.


Wir könnten allein von unserer beider Fälle Geschichten erzählen, die ein Buch füllen ... aber das kann selbstverständlich jeder.

Was kann man aber tun, damit das nun einmal gewählte Krankenhaus optimal arbeiten kann oder gezwungen wird, zu arbeiten?
Und da kommt die Rolle des Ehe-, Lebens- oder sonstigen Partners entscheidend ins Spiel!
Wie im Artikel „Unkrebse“ (also nicht krankheitsbetroffene Partner) bereits erwähnt, werden Krebspatienten weit weniger als alle anderen Krankheitsbilder besucht. Das ist in mehrfacher Hinsicht tragisch, kontraproduktiv für die Heilung und sehr schlecht für die Sicherheit und Versorgung!

Tatsache in vielen Krankenhäusern mit völlig überforderter Pflegesituation:

  • Auf das Klingeln muss der Patient oftmals Stunden auf das Pflegepersonal warten. Das führt zu noch mehr Schmerzen, Urinieren ins Bett (Katheter raus), Lösen ins Bett (medikamentöse Unterstützung wegen Darmträgheit durch Morphine), geplatzte Venen und Entzündungen.

  • Das Personal hat oftmals keine Chance, die vielleicht sechzig (!) Patienten (UKE/Chirurgie 2015) pro Person zu versorgen. Dass die dann oftmals schlecht gelaunt, beleidigend oder gar abweisend sind, kann man durchaus verstehen. Aber als Partner*in kann man bei der Pflegeleitung ein klärendes Wort anbringen, damit das Personal das nächste Mal weiß, dass ein Fehlverhalten geahndet wird.

  • Die Überforderung führt manchmal zur falschen Medikamenten-Verabreichung (haben wir in drei Krankenhäusern jeweils mehrfach erlebt). Das kann fatale Folgen haben (bei uns gottlob nicht).
    Sowohl der Patient als auch der Partner MÜSSEN die Medikation kennen und bei jeder Medikamentenvergabe sicher sein, was das überhaupt ist und so das Personal zu doppelter Vorsicht „erziehen“.
    Bei jedem Medikament also fragen, was das ist. Wenn das Pflegepersonal das nicht weiß: herausbekommen lassen oder nicht nehmen!
    Nachts ist das leider allein die Aufgabe des Patienten, was bei Flaschenwechsel während des Tiefschlafs schwierig ist.

Der Angehörige oder Partner kann mit seiner Präsenz, seinem Interesse und seiner Beharrlichkeit auf Informationen entscheidend zur korrekten Arbeit und besseren menschlichen Behandlung beitragen.

Wenn ein Patient nicht besucht wird, wird er entsprechend „bedient“.

Wenn jeden Tag ein mental starker Besucher kommt, ist das für den Patienten deutlich und spürbar besser!

Ich habe dem Personal regelmäßig Blumen, Süßigkeiten, Currywurst mit Pommes und mehr mitgebracht. Die haben oftmals einen unsagbar schweren, unterbezahlten Job und werden meistens von den Vorgesetzten mies geführt. Dann kann man als Besucher*in die armen gerne mal honorieren.

Ich habe Bettpfannen, Urinbeutel, Bettbezüge, Kotztüten gewechselt, meine Frau gewaschen, gekämmt, gecremt und alles, was ich als Nicht-Krankenpfleger tun konnte.

Man hat es mir sehr gedankt und meine Frau überwiegend sehr gut behandelt.

Überwiegend ...